Lassen Sie uns reden

elleXX: Kolumnen mit wachem Geist, scharfer Zunge und Augenzwinkern

elleXX ist eine innovative Geld-Medien-Plattform für Frauen. Seit Anfang 2022 schreibe ich dort monatlich Kolumnen zu ethischen Themen anhand von Beispielen aus Wirtschaft und Gesellschaft. «Unbequem, hartnäckig und kritisch», sagen die Betreiberinnen der Plattform. Häufig mit einem Augenzwinkern, füge ich hinzu.

Überblick über die bisher erschienenen Kolumnen:

  • Spekulierst du noch oder investierst du schon? Dank Trading Apps stehen wir alle mit ein paar Swipes mitten im Finanzmarkt. Alles ist total intuitiv und easy. Aber Achtung: es gibt Suchtpotenzial! Stichworte dazu lauten «financial addiction» und Bitcoin Zombies. Darüber sinniere ich in meiner ersten Kolumne.
  • Kein Kredit für Mütter? – KI ist nicht geschlechterblind. Künstliche Intelligenz ist omnipräsent. Aber sie ist immer nur so gut wie die Gesellschaft, in der sie verwendet wird. Wir können Algorithmen frisieren wie wir wollen. Solange die Strukturen, in denen sie angewendet werden, gleich bleiben, stellt KI keine Revolution dar, sondern nur eine Fortschreibung der Geschichte mit anderen Mitteln. Diese Zusammenhänge beschreibe ich anhand eines Beispiels von Apple Card.
  • Krieg in der Ukraine: Protest, Posts und Portfolio. Der Krieg in der Ukraine erschüttert uns alle. Wir protestieren, solidarisieren und boykottieren auf allen Ebenen. Auch als Anlegerinnen haben wir eine Verantwortung: der Krieg ist ein idealer Zeitpunkt, uns darüber Gedanken zu machen, ob unsere Anlagen unsere Werte widerspiegeln. Darüber habe ich kurz nach Kriegsbeginn geschrieben.
  • Greenwashing: Wir wollen alles, aber bitte nicht in unserem Portfolio. Wenn es um nachhaltige Anlagen geht, belügen wir uns oft selbst : Wir heizen unsere Wohnungen auf kuschelige 23 Grad und kreischen bei fossilen Aktien. Sprich: wir wollen alle Annehmlichkeiten des modernen Lebens, aber wir sind nicht bereit, sie als Anlegerinnen mitzufinanzieren.
  • Unternehmen in Unrechtsstaaten: Bleiben oder gehen? Der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine hat eine intensive Debatte darüber ausgelöst, ob westliche Unternehmen noch in Russland bleiben dürfen. Ich sage: nicht alle müssen gehen, aber wer bleibt, hat Pflichten.
  • Sind Grüne, die Fleisch essen, überhaupt noch tragbar? Dass Kandidierende der Genfer Grünen an öffentlichen Anlässen kein Fleisch essen sollten, hat mich zum Nachdenken gebracht. Darüber, was es bedeuten würde, wenn sie auch privat kein Fleisch essen dürften, und darüber, ob es den Grünen «nur» ums Klima geht oder darum, ihre Mitglieder zu besseren Menschen zu  machen.
  • Wenn Opfer ihre Opferrolle verweigern. Indische Näharbeiterinnen wohnen teilweise in gefängnisähnlichen Unterkünften – Ausgangssperre, eingeschränkte Bewegungsfreiheit und Überwachung. «Das ist schlimm!», finden wir. Am besten sollten wir die involvierten Marken boykottieren. Aber was sagen eigentlich die Opfer? Die fühlen sich nicht als Opfer, zumindest nicht als Opfer ihrer Arbeitgeber. Sondern sie fühlen sich geschützt in den Unterkünften. Kurz: Das, was wir als Gefängnis sehen, bedeutet für sie Freiheit – und das, was wir als Freiheit betrachten, bedeutet für sie Gefahr.

  • Ist auf Arbeitgeber in Fragen der sexuellen Gesundheit Verlass? In den USA bieten Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden Hilfe an, wenn es um Abtreibungsfragen geht. Kann man dieser Hilfe trauen? Setzen sich Unternehmen wirklich aus intrinsischer Überzeugung für das Recht auf Abtreibung ein, oder steckt da unter Umständen strategisches Kalkül dahinter? Und macht es überhaupt einen Unterschied? Seien wir dankbar dafür, dass wir in einem Land leben, wo solche Fragen nicht von Arbeitgebenden entschieden werden.
  • Greenwashing Truther: Wenn alle Unternehmen lügen. Greenwashing ist ein Hype, und zwar in doppelter Hinsicht: die einen tun es; die anderen wittern es grundsätzlich überall, wo von Nachhaltigkeit die Rede ist. Letztere bezeichne ich als Greenwashing Truthern. Sie sind der festen Überzeugung, dass alles, was Unternehmen tun, immer nur Abzockerei und Ausbeutung unter dem Vorwand der Wertschöpfung und Wohlstandserzeugung. Damit bieten sie letztlich eine Steilvorlage, um sich selbst von jeder Verantwortung freizusprechen. Denn wenn alle Unternehmen lügen, kann ich ja eh nichts richtig machen. Also darf ich alles falsch machen. Ist zwar bequem.  Aber will ich das auch?

Übrigens: Ich bringe Ethik nicht nur in Kolumnen, sondern auch in Reden auf den Punkt. Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, womit ich Ihr Publikum am besten inspirieren kann.

 

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