Lassen sie uns reden

Zum Unterrichten von KI & Ethik

Das Montreal AI Ethics Institute hat mich, zusammen mit meinen ForHumanity-Kollegen Merve Hickok und Ryan Carrier, zu unseren Gedanken über das Unterrichten von KI und Ethik interviewt. Hier sind einige meiner Einsichten:

Frage: Welche Art von Inhalten unterrichtest du? Welche Themen behandelst du? Welche Arten von Lektüre weist du den Studierenden normalerweise zu?

Antwort: Ich unterrichte meist nur einen Block von 4 oder 8 Stunden in jedem Programm. Ich beginne in der Regel mit einer sehr kurzen Einführung in die Ethik, weil die Studenten in der Regel keine Vorkenntnisse über Ethik haben. Danach zeige ich auf, wo man Ethik “verankern” kann – d.h. auf staatlicher Ebene (durch Gesetze), auf Branchen- oder Unternehmensebene (durch KI-Ethik-Initiativen der Unternehmen), auf der Ebene des Einzelnen (durch Bewusstseinsschulung usw.). Den Grossteil meiner Zeit verbringe ich damit, ethische Herausforderungen anhand von Anwendungsfällen zu beleuchten – z.B. algorithmische Kreditvergabe, Gesichtserkennung, Emotionserkennung, Algorithmen in der Bildung oder vor Gericht etc. In diesen Kontexten diskutieren wir Themen wie Bias, Diskriminierung, Datenschutz, usw. Bei dieser Art von Weiterbildung weist man normalerweise keine Lektüre zu, aber ich empfehle den Leuten immer einige Artikel und Websites, falls sie mehr wissen wollen.

Frage: Was sind einige Lehrtechniken, die du anwendest und die besonders gut funktionieren? Welche Art von Lehransatz empfiehlst du für KI-Ethik?

Die Klassengrösse ist normalerweise recht klein – nicht mehr als zwanzig Studierende. Da es sich um erwachsene Berufstätige handelt, sind sie in der Regel intrinsisch motiviert und bereit, sich an Diskussionen zu beteiligen, ohne dass ich viele spezielle Lehrtechniken anwende. Allerdings lasse ich sie in der Regel auch Gruppenarbeit machen, z. B. bei Fallstudien, bei denen ich den Gruppen verschiedene Fälle zuweise und sie das Gelernte im Plenum ihren Mitstudierenden erklären lasse. In meinem Kontext ist die beste Empfehlung, die KI-Ethik so anwendungsbezogen wie möglich zu halten und die Leute zu inspirieren, darüber nachzudenken, was das für ihre eigene Arbeitserfahrung bedeutet.

Frage: Wie siehst du die Entwicklung der KI-Ethik-Curriculum-Landschaft in den nächsten 5 Jahren? Was sind die Veränderungen, die Sie sehen?

Ich hoffe, dass KI-Ethik ein Standardbestandteil jedes Studiums in der Tech-Branche wird – sei es auf Bachelor-, Master- oder Weiterbildungsebene. Alle, die Technik studieren, sollten ethischen Fragen im Klassenzimmer ausgesetzt sein.

Lesen Sie das ganze Interview (auf englisch) hier.

Möchten Sie mehr wissen? Kontaktieren Sie mich, wenn Sie eine Referntin, eine Rednerin oder jemanden für einen Workshop zu KI und Ethik suchen. 

Dorothea Baur Teaching

Teaching

Angebot Teaching Ich verfüge über langjährige Erfahrung als Dozentin an Universitäten und Fachhochschulen, über verschiedene Disziplinen und alle Ausbildungsstufen hinweg (BA-, MA-Level, sowie Nachdiplom-Studiengänge). Ich

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San Francisco, home of OpenAI. Photo by Hardik Pandya on Unsplash

Why AI really needs social scientists

OpenAI states that in order to assure a rigorous design and implementation of this experiment, they need social scientists from a variety of disciplines. The title immediately caught my attention given that the kind of “AI ethics” I am dealing with hinges on an interdisciplinary approach to AI. So, I sat down and spent a couple of hours to read through the whole paper.

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